Reizüberflutung, HILFE! Sprich bloß langsam!
Zugegebenermaßen war das Spannendste am Flug nach Frankfurt, der Frankfurter Flughafen selbst, beidem die Herausforderung darin bestand, nicht kirre zu werden während man ellenlange Korridore durchschlurfte, die von psychedelischen blauen Licht durchflutet wurden.
Dafür war der Flug nach Narita unmso mehr großes Kino! im wahrsten Sinne des Wortes.
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich behauptet, dass die Dame von Konsulat etwas gesäult hat- hiermit möchte ich mich aus tiefsten Herzen entschuldigen. Denn was der Mann da bei der Passagieransagen gemacht hat... man weiß es nicht, aber dass wird höchstens noch einem Jaguar Spaß gemacht haben. Und das Schlimme dabei war er konnte echt gut Deutsch (wie ich später feststellen sollte)!
Aber zurück zum Kino...das gab es natürlich auch im Form von Spielzeug eingebaut im Kopfteil vor mir. Die Auswahl war groß, allerlei sinn- und unsinnvollen Dingen (Wer hätt's gedacht?^^) von Musik, Videos, Fluginformationen zu Videospielen.
Bevor ich mich den Spielereien zuwenden konnte gab es erstmal essen. Im meinen Falle hieß das Bento Box , eine Art IKEA Bausatz zum Essen, prinzipiell jede Menge Spielsteine aber keiner weiß wo's hinkommt und wenn was übrig bleibt - ach was soll's.
Irgendwann kam die Starwardess an, schmiss mir ein japanisches Grinsen und ein "stay" entgegen...gefangen!yaay! und nun?.. clustern wir mal... mmh nee..oder?..puh,.. habt ihr's?.. also ich persönlich wäre nicht von stay drauf gekommen, dass sie mir eigentlich nur das Formular geben wollte mit dem ich evtl. zu verzollende Waren deklarieren sollte. Von daher schaute ich sie erstmal drollig an und anstatt mir einfach den Zettel zu geben, machte sie sich auf jemanden zu holen der mir weiter helfen sollte. Inzwischen drehte sich ein japanisch aussehender Mensch zu mir um und verkündete mir nicht nur, dass er US Amerikaner sei (yuhu, jemand der mich verstehen kann.. vielleicht :P) sondern auch was Sie grad von mir wollte. Wieder ein Stück schlauer kam dann auch der Mensch, der mir helfen sollte und erklärte es mir erneut. Gut, irgendwann war das auch geschafft und pünktlich dazu ging dann das Licht aus. Aus die Maus. Wer könnte, gab sich nun den Schlaf hin. Was mich betraf blieb es bei mehreren Versuchen, da meine Erkältung zunehmend meinte meine Abendgestaltung bestimmen zu wollen. Dementsprechend klickte ich mich fröhlich durch die Navigation des Displays vor mir. Schnief.
Innerhalb der letzten zwei Stunden verspürte ich immer mehr den Drang aus dem Flugzeug springen zu wollen. Vielleicht lag es an den Filmen, Musik oder einfach an der Tatsache, dass mir erneut die Taschentücher aus gingen...ich wusste es nicht, ich wusste nur: ich will raus hier. Pünktlich, eine halbe Stunde zu spät, erreichten wir schliesslich Narita.
Das erste was mir entgegen prankte waren Plakate auf denen stand "Tokyo loves you". -Und ich bin Deutschland. Na, dann wird ja alles gut...
Narita ist der erste mir bekannte Flughafen in dem Teppich verlegt ist. Das Muster hätte man gut in der DDR als Tapete an die Wand klatschen können. Immer dem Teppich folgend erreichte ich die Immagrations Behörde oder genauer gesagt die Schlange davor. Mein Sachbearbeiter hatte ebenfalls eine Erkältung und trug diese putzigen weiße Maske, die ich schon öfters bewundern durfte. Glauben die eigentlich wirklich dass das hilft?? Ein später gefragter Tokioter antwortet irgendwann darauf: "Man weiß es nicht". Nachdem ich dann meine Fingerabdrücke und das wohl schönste Begrüßungsfoto meines Lebens abgeben hatte- sowie natürlich meinen im Flugzeug ausgefüllten Wisch-, bekam ich meinen Pass wieder mit einem Anmerkungszettel, dass ich mich demnächst als Alien registieren müsse. Allerdings nicht ohne dass er mir meine Zertifikat wegnahm, war mir aber auch wurscht. Also auf, mein Gepäck hat bestimmt schon Angst so ganz alleine. Die großen Anzeigetafel war da ganz anderer Meinung, also warten und Tee trinken. Glücklich vereint mit meinen Gepäck, gings dann durch den Costumerbereich aka "Führt gefälligst keine Drogen nach Japan ein". Alles recht unspektakulär... "Ist das alles Gepäck?" - "JA" ...er schien irgendwie enttäuscht zu sein und winkte mich durch. So ging ich Richtung Ausgang.
Dort wartete auch schon einer meiner Sempai auf mich, mit nem knallbunt bemalten UEC in der Hand. Bei einen Sempai handelt es sich um ein älteres Semester, die/der ein wenig die Newcomer , auch Kohei , betüddeln. In meinen Fall war das eine Chinesin, bei der es sich praktischerweise auch gleich um eine meiner Zimmernachbarinnen handelte. Ihren Namen (Jing Liang ) bzw. die genaue Aussprache kann ich mir leider bis dato nicht merken (bei den anderen chinesischen Namen verhält es sich fairerweise nicht anders).
Während der ganzen Zeit von wir kaufen ein Busticket, wir warten auf den Bus ähm sorry den Limousinen Bus (und es war doch nur ein Bus! ätsch g) sowie wir fahren zwei Stunden Bus -indem wie im jeden Land, volkstümliche Musik über die Lautsprecher duddelte- vergewisserte sich Suzuki-sensei immer wieder darüber, wo wir gerade seien und wann wir ankommen würden.
Angekommen, wurde mir auch gleich mein Gepäck entrissen und zum International House gebracht, währendessen ich zum International Office geschliefen wurde. Eine der ersten wichtigen Infos war: " Sprich bitte langsam mein Englisch ist nicht so dolle"-okay bekomm ma hin. Dementsprechend beließ ich es bei der hohen Kunst der drei-bis-vier-Silben-Kommunikation, was er dankbar zur Kenntnis nahm. Dann kam ein Schwall an Informationen, erst vom ihm und dann in etwas ausführlicheren Englisch von den zwei Chinesin jeweils rechts bzw links neben mir. Gekrönt wurde das Ganze von meinen Zimmerschlüssel.
Anschließend ging es auf mein Zimmer und es gab wieder Erklärungen zu ziemlich allen, die ich mehr oder weniger zur Kenntniss nahm. Ne halbe Stunde später ging es zum Newcomer essen, (mehr so eine Pflichtübung als gewollt) Ergo mehr Infos, mehr Namen zum Vergessen. Und da es mal wieder Abends war machte sich meine Erkältung erneut bemerkbar: Erster Einkauf in Japan: Taschentücher! - Was an sich übringends reichlich dämlich ist, da man diese an jeder Ecke mit Werbung hinterhergeschmissen bekommt, doch das war meiner Nase egal.
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